Selten sind Menschen einer Meinung, wenn es um die Ernährung geht. Dasselbe gilt auch für Bioprodukte: Die einen glauben, Bio ist schmackhaft, gesund und umweltfreundlich, die anderen sagen, Bio ist teuer, aber keineswegs besser als konventionelle Lebensmittel.
Die Auswahl an Bioprodukten wird sowohl auf Märkten, in Bioläden und in Supermärkten immer größer und die Konsumenten haben oft die direkte Wahl zwischen Bio oder konventionell. Bio ist auf jeden Fall teurer. Aber ist der Preisunterschied gerechtfertigt? Ist Bio wirklich besser?
Wenn man auf einen Bio-Tierhof geht, kann man sehen, dass es dort z.B. alte, robuste Haustierrassen gibt, die Tiere liegen entspannt im Stroh, haben bei jedem Wetter genügend Auslauf, es wird nur hofeigenes, biologisches Getreide (ohne Pestizide) verfüttert, es dürfen keine Antibiotika, Wachstumsförderer oder Tierkörpermehl verwendet werden.
Dennoch ist die konventionelle Tierhaltung natürlich nicht „böse“: Verfechter sagen, dass der Vorteil darin liegt, dass höchste Hygiene befolgt wird, die Tiere gesund sind und optimal ernährt werden und höchste Effizienz gegeben ist. Außerdem wird auf die Gefahr von Schimmelpilzen im Bio-Futtergetreide aufmerksam gemacht, die bei den Tieren Vergiftungen mit Leberschäden hervorrufen können und die durch Fungizide bekämpft werden müssten. Das sei bei konventionellem Anbau und Fütterung meist nicht der Fall.
Unterschiede beim Gemüseanbau: Bio-Gemüsebauern produzieren ohne Chemie, für viele ist diese Art des Anbaus eine Weltanschauung. Dennoch ist er mit mehr Arbeit verbunden als der konventionelle Anbau: Dort kann man für eine geringe Summe große Flächen unkrautfrei spritzen, bei Bio muss man – wie anno dazumal – hacken und jäten – deshalb ist es auch teurer. Trotzdem können viele Biogemüse nicht im Supermarkt verkauft werden, weil sie manchmal nicht so einheitlich schön aussehen wie konventionelles Gemüse; sie sind ungleich groß, haben Punkte, Scharten und Dellen.
Warum schmeckt Bio besser? Direkte Versuche zeigen, dass man den Unterschied zwischen Bio und Nicht-Bio nicht immer erkennt. Aber woran kann das liegen? Sind wir einfach konventionell gewöhnt und es schmeckt deshalb teilweise besser? Oder umgekehrt: Wenn wir Bioverfechter sind und es steht Bio drauf, sind wir dann voreingenommen?
Ein weiteres Detail zum besseren Schmecken: Bei Bio gibt es gute, alte Tier- und Gemüsesorten, die wir als schmackhaft und abwechslungsreich empfinden, während die konventionelle Landwirtschaft Großteils auf Einheitssorten umgestiegen ist.
Betrug? Auch der Einwand vieler Biogegner, dass die Biobauern sowieso betrügen und im Großmarkt zukaufen, ist Unsinn. Sünder gibt es potenziell wenige und die Kontrollen sind streng. Verunsichert werden Konsumenten meist durch einseitige Berichte in den Medien.
Ist Bio also nur eine Glaubenssache? Oder doch eine bewusste, auf Fakten beruhende Entscheidung? Bioprodukte kommen heute aus ganz Europa, ja sogar aus der ganzen Welt. Sie unterliegen einer strengen Kontrolle und sind durch den höheren Stundenaufwand teurer als herkömmliche Produkte.
Die Biologische Landwirtschaft gilt als umweltschonend: Bio ist mehr als nur der Verzicht auf Chemie. Das Verständnis für komplexe natürliche Abläufe im und auf dem Boden und bei den Nutztieren und ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf mit einer vielfältigen Struktur sind die Grundlagen und eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Biologische Landwirtschaft.
Fazit: Infos holen, selbst ausprobieren, sich selbst erkundigen, Händler ihres Vertrauens finden
Mehr Infos über Bio:
Ernte fürs Leben (www.bio-austria.at)
Demeter (www.demeter.at )
Konsument (www.konsument.at)

Wir (meine Freundin und ich) gehören wohl zu der Sorte, denen das herkömmliche, in Massen produzierte nicht mehr schmeckt beziehungsweise es gar nciht mehr anrühren würden. Wir versuchen auch unsere Produkte möglichst regional beim Bauern direkt einzukaufen, was ich nur jedem empfehlen kann!